Italien | 06.11.2018

Kein Sparer unter dieser Nummer

Die interne Opposition gegen Italiens neue Wirtschaftspolitik wehrt sich im Namen des kleinen Sparers – doch den gibt es gar nicht mehr.

Der Plot geht so: Die Budgetpläne der italienischen Regierung mit ihrem geplanten Defizit von 2,4 Prozent des BIP missfallen nicht nur der EU-Kommission, sondern auch den Märkten. Diese haben die Zinsen für italienische Staatsanleihen erhöht, was wiederum deren Kurse sinken lässt. Das gefährde Italiens Ersparnisse. Der 94. „Internationalen Tag des Sparers“ und der entsprechende Festakt des Verbands der Italienischen Sparkassen ACRI war der geeignete Anlass, die Attacke zu lancieren.

Der 83jährige ACRI-Chef Giuseppe Guzzetti eröffnete den Reigen und schloss seine Begrüßungsrede mit einen kernigen:

„Die Ersparnisse dürfen nicht auf dem Altar des Budgets geopfert werden!“

Dafür erntete er tosenden und langanhaltenden Applaus.

Ignazio Visco, der Präsident der Banca d’Italia (der Notenbank), legte noch eine Schippe drauf. Nachdem er den anhaltenden Anstieg der Credit Default Swaps (Versicherungsprämien gegen den Staatsbankrott Italiens) graphisch illustriert hatte, sagte er ominös:

„Früher oder später fällt dieses Risiko auf die italienischen Familien zurück.“

Diese besitzen laut Visco direkt und indirekt Staatsanleihen im Wert von 850 Milliarden Euro, [...]

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