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Eurozone | 27.11.2018

Wenn die Finanzmärkte grollen, poltern die Populisten

Die Medien wissen genau, wo in Italien die Unvernunft hockt. Doch der „Plan B“ von Tria und Conte zeigt, dass es in Italien letztlich nicht um Vernunft geht, sondern um reine Macht. Und da sitzen die Gläubiger klar am längeren Hebel.

Seit nunmehr 18 Jahren tritt Italiens Wirtschaft an Ort. Offenbar kennt niemand das Rezept für Wachstum. Gar niemand? Nein, Oliver Meiler, Italienkorrespondent des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung weiß offenbar Bescheid. Jedenfalls kann er seinen Lesern schon im Titel seines Berichts über den Budgetstreit mit der EU sagen, wer im Dunkeln tappt und wer im Lichte der Erkenntnis wandelt: „Das Getöse der Polterer übertönt das römische Trio der Vernunft.“

Zum Trio gehören neben dem Finanzminister Giovanni Tria, „ein Mann der Zahlen und der Logik“, auch Premierminister Giuseppe Conte und Aussenminister Enzo Moavero. „Alle parteilos, Techniker also, im ständigen Balanceakt zwischen Loyalität und Vernunft.“ Doch diese vernunftbegabten Techniker „werden gnadenlos übertönt“ von Matteo Salvini und Luigi di Maio, den beiden Vizepremiers und „Chefpolterern“.

Damit wäre die Ausgangslage also geklärt, und Meiler könnte dazu übergehen, uns zu erklären, wie denn nun die Vernünftigen Italien wieder Beine machen sollen. Doch weder in diesem noch in anderen Texten Meilers oder anderer Journalisten finden wir dazu sachdienliche Hinweise. [...]

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