istock.com/gopixa
Eurozone | 10.12.2018 (editiert am 12.12.2018)

Das italienische Zinsproblem lösen

Europa sollte sich bewusst sein, dass der Konflikt mit Rom ein hohes Risiko für einen Finanzcrash in Italien birgt. Die Lösung des Problems erfordert eine Intervention der EZB, um niedrigere italienische Zinsen zu gewährleisten.

Im Gegensatz zum gängigen Stereotyp ist Italien kein fiskalisch verschwenderisches Land. Tatsächlich verzeichnet Italien seit 1992 fiskalische Überschüsse (Haushaltssaldo ohne Zinszahlungen); nur Deutschland weist sonst solche Überschüsse aus.

Allerdings ging diese ununterbrochene Reihe von Haushaltsüberschüssen mit dem Verlust der externen Wettbewerbsfähigkeit einher, der durch die bevorstehende und spätere Einführung des Euro seit 1995 verursacht wurde.

Insbesondere diese beiden Faktoren sind die Wurzel der langfristigen Konjunkturschwäche in Italien samt der Stagnation der Arbeitsproduktivität. Auch wenn die angebotsseitigen Faktoren angesichts des verschärften globalen Wettbewerbsumfelds natürlich eine Rolle spielen, sind doch die nachfrageseitigen Faktoren die Haupttreiber dieser Entwicklung.

Die heute so „hohe“ Staatsverschuldung Italiens geht auf die 80er Jahre zurück, die Zeit der Mitgliedschaft Italiens im Europäischen Währungssystem (EWS). Der daraus resultierende Verlust der externen Wettbewerbsfähigkeit war ein bestimmender Faktor für die steigende Staatsverschuldung: direkt, durch negative Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage und die Steuereinnahmen; und indirekt, durch die Notwendigkeit, ausländische Finanzmittel durch höhere Zinssätze anzuziehen.

Und zuletzt trug natürlich auch die Weigerung der damaligen Regierungen, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden