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Konjunktur | 14.12.2018 (editiert am 16.12.2018)

Die deutsche und europäische Konjunktur im Herbst 2018 – 2

Die europäische Konjunktur ist ins Stocken geraten. Quer durch ganz Europa ist konjunkturelle Schwäche zu konstatieren. Wer den Eindruck erweckt, manche Länder seien selbst schuld an der Schwäche, will vom europäischen und deutschen Versagen ablenken.

Die Industrieproduktion in der EWU ist im Oktober ganz leicht gestiegen, was vor allem einem Anstieg in Frankreich zu verdanken ist (Abbildung 1). In Italien blieb sie auf dem gleichen Niveau wie im September und in Deutschland sank sie leicht.

Abbildung 1

Für die EWU ohne Deutschland bleibt es trotz des leichten Anstiegs insgesamt bei Stagnation, die nunmehr schon ein ganzes Jahr andauert (Abbildung 2). Das Gleiche gilt für Großbritannien, wo die vorangegangene Erholung sogar schwächer als in der gesamten EWU war.

Abbildung 2

Auch in Südeuropa bleibt es bei der Stagnation, die hier allerdings schon seit Mitte 2017 zu beobachten ist (Abbildung 3). Für eine Region, die auf so niedrigem Niveau produziert, ist das eine schlichte Katastrophe, weder Spanien noch Portugal sind über das Niveau von 2010 hinausgekommen, Griechenland liegt weit darunter.

Abbildung 3

In den kleineren nördlichen Ländern, die wir hier betrachten, verschlechtert sich die Lage tendenziell. Österreich sah bisher gut aus, fällt jetzt aber schnell zurück (Abbildung 4). Belgien und die Niederlande bleiben im Stagnationsmodus.

Abbildung 4

Auch in Nordeuropa stockt die Konjunktur (Abbildung 5). Bei großen Schwankungen im Einzelnen sind doch keine wirklichen Aufwärtsbewegungen mehr zu erkennen.

Abbildung 5

Im Baltikum hat es im Oktober in Litauen noch einmal einen Ausreißer nach oben gegeben, doch das Land verzeichnet immer wieder große Schwankungen. Im übrigen bleibt es bei Stagnation (Abbildung 6).

Abbildung 6

In den übrigen Ländern Mittel- und Osteuropas sind zum Teil noch ganz leichte Aufwärtsbewegungen zu erkennen, aber die Dynamik der vergangenen zwei Jahre ist nirgendwo mehr vorhanden (Abbildung 7).

Abbildung 7

Am besten läuft es noch in Rumänien, wo doch auch in den letzten Monaten die aufwärts gerichtete Entwicklung erkennbar ist (Abbildung 8). Kroatien und Bulgarien dagegen scheinen hoffnungslose Fälle zu sein: Weder haben sie das Niveau von vor zehn Jahren in ähnlicher Weise überboten wie Rumänien, noch kommen sie aktuell weiter. Besonders Kroatien scheint seit vielen Jahren vollkommen unfähig, seine dogmatischen Schranken zu überspringen (vgl. dazu etwa diese Artikelserie von 2013).

Abbildung 8

Lesen Sie im dritten Teil, wie sich die übrigen Indikatoren entwickelt haben und was die Wirtschaftspolitik gerade im Lichte der Ereignisse in Frankreich tun sollte.

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