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Migration und Freie Märkte | 07.12.2018 (editiert am 18.01.2019)

Geschlossene Grenzen zur Steuerung der Migration?

Die Vorstellung, der Nationalstaat könne einheimische Arbeitskräfte vor Zuwanderung schützen, ist naiv. Will er doch die Verwertungschancen des nationalen Kapitals durch das Überwinden von nationalen Handelsschranken verbessern.

In der aktuellen Debatte über die Folgen von Flucht und Migration für die aufnehmenden Zielländer wird darauf hingewiesen, dass Zuwanderung von Arbeitskräften den Interessen des Kapitals beziehungsweise der Unternehmen entspricht. Diese Aussage ist trivial, weil Kapital Arbeitskräfte benötigt. Sie ist aber kein Argument dafür, dass Migration eingeschränkt oder gar verhindert werden soll. Tarifverträge und Mitbestimmung sind auch mit den Interessen des Kapitals vereinbar und nur ultra-orthodoxe Leninisten lehnen sie deshalb ab. Der Hinweis, dass die Zuwanderung von Arbeitskräften dem Kapital nutzt, versucht aus dieser Trivialität ein Instrument der Diskreditierung anderer, eher „migrationsoffener“ Linker zu machen.

Auch die gelegentlich vertretende Behauptung, die Migration werde von Kapital und Politik geplant, beruht auf der Fehlannahme, dass potenzieller Nutzen intendiert sei. Dahinter steht die neoklassische Konstruktion der Akteure als nutzenmaximierende Individuen. Flucht und Migration gehen in der Regel zunächst von den Flüchtlingen und Migranten und den hinter ihren Handlungen stehenden verschiedenen Migrationsursachen aus, die zu Vertreibung, Flucht und Migration führen oder zwingen.

Dass verschiedene Fraktionen des Kapitals Zuwanderung politisch und ideologisch unterstützen, [...]

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