istock.com/LuckyStep48
Europa | 03.12.2018 (editiert am 10.12.2018)

Wie Geschichte Zukunft macht – 1

Vorurteile bestimmen das öffentliche Bild der europäischen Krise in Deutschland. Daher ist es notwendig, mit den neuesten Daten noch einmal klarzustellen, worum es wirklich geht und wie die „große Divergenz“ entstanden ist.

Die Auseinandersetzung über die europäische Krise und das Verhältnis der europäischen Kernländer zueinander gewinnt fast täglich an Schärfe. Doch es ist vor allem Italien, das in Deutschland und von der Europäischen Kommission offen angegriffen wird. Frankreich, das ebenfalls in Sachen Wirtschaftsentwicklung  keinen Schritt vorankommt, steht gewissermaßen außerhalb des Kreises der „zu disziplinierenden Länder“, weil es sich selbst frühzeitig auf der deutschen Seite verortet hat, also scheinbar auf der Seite der Problemlöser und nicht als Problemverursacher anzusehen ist.

Doch das ist eine Rolle, die Frankreich eigentlich gar nicht spielen kann, weil es sich – gemessen an seinen wirtschaftlichen Daten und Problemen – viel mehr in einer italienischen Situation befindet als in einer deutschen. Das französische Spiel in der falschen Rolle ist fatal für die Zukunft Europas. Würde das Land sich klar auf die Seite Italiens stellen und in einer offenen Auseinandersetzung die Rolle Deutschlands heute und in der Vergangenheit in Frage stellen, schüfe das für das Überleben der Währungsunion eine weit günstigere Ausgangslage als die gegenwärtige französische Anbiederei an Berlin. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden