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Lakaien eines politischen Machtkampfs?

Dass wir in der Frage der Migration inzwischen eine hochgradig ideologisierte und polarisierte Debatte haben, ist keine Überraschung. Dass sie auch in MAKROSKOP in dieser Weise stattfindet aber überrascht, weil es sich gerade in ökonomischen Fragen als Wissenschaftspublikation versteht.

Ich habe in meinem letzten Beitrag zu diesem Thema mit keinem Wort die No border-Ideologie verteidigt, sondern nur darauf hingewiesen, dass das Kapital in der Frage der Arbeitskräftezuwanderung keine Lakaien, wie es Häring formuliert hat, benötigt.

Interessant ist, dass diese Kontroverse, wenn auch etwas anders akzentuiert, bereits 2015 stattgefunden hatte. Sie war eine Kontroverse zwischen Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut, der die ökonomischen Effekte der Flüchtlingszuwanderung sehr kritisch gesehen und Marcel Fratzscher von DIW, der den ökonomischen Nutzen der Zuwanderung betont hatte.[1] Heute findet eine solche Debatte wieder statt, aber es wird hier nicht Sinn in die Reihe der Lakaien des Kapitals gestellt, was unter Linken üblich ist, sondern der keynesianische Optimismus bezüglich der Zuwanderung von Flüchtlingen von Fratzscher (und dem Autor, der damals die Sicht von Fratzscher geteilt hatte) wird als Lakaiendienst für das Kapital gewertet.

Die Kritik von Häring

Zur Kritik von Norbert Häring will ich eine allgemeine und zwei spezielle Bemerkungen machen. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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