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Kommentar | 14.12.2018 (editiert am 18.12.2018)

Macrons Politik à la Blair und Clinton

Der französische Präsident hat die Steuern für die Reichen gesenkt, aber die Sparpolitik beibehalten. Es ist eine gescheiterte Politik. Eine Gegenreaktion war unvermeidlich.

Aufstände in den Straßen. Tankstellen, denen der Brennstoff ausgeht. Panikkäufe in den Supermärkten. Ein Land im Chaos. Keine dystopische Vision Großbritanniens nach dem Brexit, sondern Frankreich im Hier und Jetzt unter dem selbsternannten Verfechter des Anti-Populismus, Emmanuel Macron.

Französische Politiker behaupten ausnahmslos, dass sie sich von Charles de Gaulle inspirieren lassen, und Macron macht da keine Ausnahme. Sein offizielles Präsidentenfoto lässt ihn vor einem Schreibtisch stehen, mit einer Kopie der Kriegserinnerungen von De Gaulle. Offensichtlich war Macrons unterschwellige Botschaft an das französische Volk: Wie De Gaulle werde ich eine starke Führungskraft sein. Wie De Gaulle werde ich mich über die kleinkarierte Politik stellen und im nationalen Interesse herrschen.

In den letzten Tagen wurden sicherlich Vergleiche mit De Gaulle angestellt, aber nicht mit De Gaulle, der 1940 in London eine französische Exilregierung gründete, oder mit De Gaulle, der 1958 die Wunden über Algerien heilte. Angesichts der Proteste der Gilets jaunes (Gelbwesten), die in ganz Frankreich ausgebrochen sind, ist es zwangsläufig die Besetzung der Straßen von Paris durch Studenten und Arbeiter im Mai 1968, [...]

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