Editorial | 21.12.2018 (editiert am 28.12.2018)

Unsere alltäglichen Lebenslügen

Liebe Leser,

wir erleben in diesen Tage eine in vieler Hinsicht gespenstische gesellschaftliche Debatte. Einige Probleme wie die Flüchtlinge werden in ihrer Bedeutung künstlich hoch gepeitscht, andere wie der Klimawandel werden in eine bestimmte Richtung gedrängt und wieder andere werden mit Tabus belegt, die durch nichts zu rechtfertigen sind, aber von großen Teilen der Politik und den Medien strikt eingehalten werden.

Fast immer gelingt es, die Debatten so zu drehen, dass für die Politik unangenehme Diskussionen und mögliche Alternativen von vorneherein ausgeblendet bleiben. Es gibt weder Transparenz hinsichtlich des Problems noch eine ehrliche Darstellung aller politischer Optionen. Das betrifft viele Bereiche, ich will davon heute nur die drei, die mir derzeit am offensichtlichsten erscheinen, herausgreifen.

Klimawandel: Anpassung ohne Konsequenzen?

In den Tagen vor Weihnachten gab es – abgesehen von dem unsäglichen Brexit – kaum ein anderes politisches Thema als die Konferenz von Kattowitz, wo, in der Folge von Paris vor drei Jahren, versucht wurde, das damalige Debakel aufzuarbeiten und die Staaten stärker für nationales Versagen in der Klimafrage verantwortlich zu machen. Doch das ist gründlich misslungen. Die Euphorie der Klimapragmatiker nach Kattowitz ist genauso groß wie es die Euphorie nach Paris war, [...]

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