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Brasilien | 16.12.2018 (editiert am 04.01.2019)

Wahnsinn mit Methode

In Brasilien kann der Zerfall einer der größten Demokratien der Welt in Echtzeit verfolgt werden. Mit Jair Bolsonaro gewann ein ehemaliger Militäroffizier die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, dessen politische Ansichten auf Faschismus, Nazismus und Wahnsinn fußen.

Am 1. Januar 2019 wird Bolsonaro als Brasiliens Präsident vereidigt werden. Während er den Gang zur Macht vorbereitet, pflegt er die Wunden, die er durch eine Messerattacke in der Öffentlichkeit während einer seiner Wahlkampfauftritte erhielt. Das Bolsonaro aus diesem Grund mehrere Tage im Krankenhaus liegt, sollte sich noch als nützlich erweisen, da er die Ärzte für seine Abwesenheit bei jeder zwischen den Kandidaten geplanten Debatten verantwortlich machen kann.

Der Wahlkampf von Bolsonaro wurde von einer wackeligen Koalition unterstützt; er selbst ist der zuvor unbedeutenden Sozialliberalen Partei (PSL) nur wenige Monate vor der Wahl beigetreten. Es war die achte Partei in Bolsonaros obskurer dreißigjähriger politischer Karriere. Entsprechend sprunghaft war auch seine in vier Hauptthemen gegliederte Kampagne.

Erstens, die Korruption. Sie ist die einzige bewährte Art, mit der die brasilianische Rechte in der Lage war, starke politische Dynamik zu entfachen. So zum Beispiel durch die Kampagne zum Sturz von Präsident Getúlio Vargas im Jahr 1954, die Wahl von Jânio Quadros im Jahr 1961, [...]

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