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Finanzsystem | 18.01.2019 (editiert am 21.02.2019)

Es ist nicht die SNB – der tiefere Grund der tiefen Zinsen

Nein, es waren nicht die Zentralbanken, welche die Zinsen gesenkt, die Sparer enteignet und die Immobilienpreise hochgetrieben haben. Die Kritiker der Nationalbank übersehen die realwirtschaftlichen Zusammenhänge.

Der Verlust von 15 Milliarden Franken der SNB im letzten Jahr gibt den Kritikern wieder mal Gelegenheit, das Direktorium der Nationalbank hart für ihre Negativzinsen und für ihre aktuell auf 775 Milliarden Franken angewachsenen Devisenreserven zu kritisieren. Sie habe damit die Wirtschaft nicht angekurbelt, dafür aber Pensionskassen und Banken in Schwierigkeiten gebracht. Sie sei mit dieser „Geldschwemme“ ein viel zu hohes Risiko eingegangen und habe einen gefährlichen Immobilienboom ausgelöst.

Das ist alles nicht ganz falsch, übersieht aber einen wichtigen Punkt: All diese Übel haben einen tieferen Grund, den man nicht einfach damit beheben kann, dass die Nationalbank höhere Zinsen zahlt, oder die Käufe von Devisen einstellt. Dieser tiefere Grund sind die seit nunmehr bald 20 Jahren weltweit auftretenden Nettofinanzierungsüberschüsse der Unternehmen.

Im Klartext heißt das, dass den Unternehmen insgesamt (nicht jedem einzelnen) nach der Bezahlung aller Investitionen, Boni und Dividenden noch Geld übrig bleibt. Das heißt aber auch, dass die Privathaushalte und deren Pensionskassen ihre Ersparnisse nicht mehr real investieren können. Weder in Maschinen, noch in Fabrikgebäude, noch in neue Erfindungen. [...]

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