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Soziales | 08.01.2019 (editiert am 09.01.2019)

Hai-Alarm im Gesundheitswesen

Finanzinvestoren entdecken das deutsche Gesundheitswesen als Anlageobjekt. Im Fokus stehen vor allem die Medizinischen Versorgungszentren, die von Private Equity-Fonds mit der Aussicht auf satte Renditen finanziert werden. Doch die Klagen der ärztlichen Standesvertreter sind unehrlich und perspektivlos.

Das ARD-Magazin Plusminus brachte am 24. Oktober 2018 einen Beitrag über den Vormarsch von privaten Investoren in der zahnärztlichen Versorgung. Insbesondere Private Equity-Fonds interessieren sich für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit angestellten Ärztinnen und Ärzten nicht nur in der Zahnmedizin, sondern auch in der Augenheilkunde, der Dermatologie und der Radiologie. In diesen Disziplinen versprechen MVZ hohe Renditen.

Das sorgt für große Aufregung in der Ärzteschaft. Ärztekammerpräsident Montgomery fordert den Gesetzgeber auf, solchen Anlagemodellen einen Riegel vorzuschieben. Diese interessierten „nicht die Qualität der Patientenversorgung, sondern die Rendite.“ (Frankfurter Allgemeine, 23.11. 2018) Auch auf dem Zahnärztetag 2018 hörte man vom Präsidenten der Bundeszahnärztekammer Peter Engel antikapitalistische Töne: „Grundpfeiler unserer freien Berufsübung sind Weisungsunabhängigkeit, ethische Verpflichtung und Gemeinwohlauftrag. Das sind für diese Investoren Fremdwörter – was für sie zählt, ist die Gewinnmaximierung und die höchstmögliche Verzinsung des Kapitals.“

Für was anderes als die Rendite sollten sich die im Gesundheitswesen tummelnden Investoren auch interessieren? Sie haben entdeckt, dass vor allem in bestimmten Facharztpraxen viel Geld verdient werden kann. [...]

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