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Finanzsystem | 08.01.2019 (editiert am 04.02.2019)

Noch immer keine Hyperinflation in Japan

Die unkonventionelle Geldpolitik seit der Finanzkrise hatte gehörigen Einfluss nicht nur auf die Bilanzen der Zentralbanken, sondern auch auf deren „Seigniorage“-Gewinne. Was aber geschah in Japan?

Das ihr vom Staat übertragene Privileg zur Emission des gesetzlichen Zahlungsmittels verdammt die Zentralbank zum Geldverdienen. Selbst bei konventioneller Geldpolitik erzielen Zentralbanken fast zwangsläufig Gewinne. Die Erträge auf ihre per Geldemission erworbenen Aktiva übertreffen unter normalen Umständen etwaige Zinszahlungen auf ihre monetären Verbindlichkeiten deutlich.

Der gewöhnlich größte Posten unter ihren monetären Verbindlichkeiten, der Bargeldumlauf, der gar keine echte „Verbindlichkeit“ ist, bringt überhaupt keine Zinslasten mit sich. Der andere Standardposten unter den monetären Verbindlichkeiten der Zentralbank, die sogenannten „Bankreserven“, Depositen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, war bis 2008 an quantitativer Bedeutung immer weiter geschrumpft. Und auch Bankreserven trugen gewöhnlich keine oder nur niedrige Zinslasten.

Seigniorage Gewinne sind die Basis der „finanziellen Unabhängigkeit“ von Zentralbanken. Zentralbanken sind nicht, wie andere staatliche Behörden, auf Zuweisungen aus dem Staatshaushalt angewiesen. Zentralbanken sind Banken, und als solche decken sie ihre Betriebskosten – bei sehr angenehmer Gestaltungsfreiheit – aus ihren eigenen Nettozinserträgen. Eine Bilanz ertragreicher Aktiva zu verwalten, macht den Unterschied aus. Aus dem nach Begleichung der Betriebskosten verbleibenden Überschuss werden gegebenenfalls zwecks Risikovorsorge noch Kapitalreserven und Rückstellungen gebildet. [...]

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