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Finanzsystem | 21.01.2019 (editiert am 25.02.2019)

Sparende Unternehmen – ein Problem?

Der Unternehmenssektor in Deutschland und in vielen anderen Ländern erzielt seit geraumer Zeit Finanzierungsüberschüsse. Doch was heißt das eigentlich? Und was sind die Folgen?

Heiner Flassbeck hat schon oft auf die Anomalie sparender Unternehmen in zahlreichen Ländern der Welt – inklusive Deutschlands – hingewiesen. Es handelt sich hierbei um eine gänzlich neue Entwicklung, die im Widerspruch nicht nur zur neoklassischen, sondern auch zur keynesianischen Standardtheorie steht: Nach denen ist nämlich der Unternehmenssektor ein notorischer Nettoschuldner in der Volkswirtschaft und verzeichnet typischerweise Finanzierungsdefizite.[1]

Ein Kollege regte nun Ende des letzten Jahres an, das etwas genauer zu erklären. Einer seiner Studenten habe kritisiert, dass die Annahme eines üblicherweise negativen Finanzierungssaldos des Unternehmenssektors gar nicht stimmen könne, da Unternehmen doch Gewinne erzielen müssten, wenn sie sich am Markt halten wollten. Folglich sollten Finanzierungsüberschüsse der Unternehmen die Regel sein und nicht etwa eine ungewöhnliche Ausnahme.

Was sind Finanzierungsüberschüsse und –defizite?

Hier liegt auf Seiten des Studenten ein gravierendes Missverständnis vor: Finanzierungsdefizite, die bedeuten, dass die Ausgaben die Einnahmen übertreffen (sie werden daher auch Ausgabenüberschüsse genannt), dürfen nicht mit betriebswirtschaftlichen Defiziten verwechselt werden, bei denen die Aufwendungen die Erträge übersteigen. Es handelt sich also nicht etwa um eine Gewinn- und Verlustrechnung, [...]

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