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Finanzsystem | 18.01.2019 (editiert am 21.02.2019)

Zinsen sind kein Marktergebnis

Werner Vontobel verteidigt die Schweizerische Nationalbank gegen Kritiker. Für den niedrigen Zins sei nicht die SNB verantwortlich, sondern die Sparschwemme. Eine Replik.

Marktzinsen

Zinsen scheinen für Werner Vontobel ein Marktergebnis entsprechend den neoklassischen Vorstellungen über die Funktionsweise von Märkten zu sein. Da der Markt notwendig Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht bringt, können fallende Preise nur das Ergebnis eines Überangebots einer bestimmten Ware sein. Dass es eine „Sparschwemme“ gibt, heißt nun einfach, dass es ein Überangebot der Ware Geld gibt. Und weil das so ist, ist der Zins auf ein so niedriges Niveau gefallen.

Dieses „Sparüberangebot“ in der Schweiz lasse sich, so Vontobel, aus den Finanzierungssalden der vier volkswirtschaftlichen Sektoren ablesen. Die entsprechenden Statistiken zeigten, dass die Schweizer Haushalte 73 Milliarden und der Schweizer Staat 2 Milliarden gespart haben. Der Unternehmenssektor habe aber „nur etwa 15 Milliarden für die Finanzierung seiner Investitionen beansprucht“.

„Unter dem Strich heißt das, dass die Schweiz jährlich rund 60 Milliarden Franken zu viel gespart hat.“

Hinter diesem Argument steckt offensichtlich die Vorstellung, dass Unternehmen sich aus einem von den Ersparnissen der Haushalte gespeisten Spartopf refinanzieren müssen. Je größer der Spartopf im Verhältnis zum Finanzierungsbedarf der Unternehmen, [...]

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