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Wirtschaftspolitik | 25.02.2019

Die deutsche Wirtschaft ist in der Rezession

Die deutsche Wirtschaft ist nicht an einer Rezession vorbeigeschrammt, sondern mittendrin. Die Interpretation der vorhandenen Zahlen durch das Statistische Bundesamt ist höchst fragwürdig.

„Vorbeigeschrammt an der Rezession“ war die Lieblingsformulierung in den deutschen Medien, als vergangene Woche das Statistische Bundesamt meldete, im vierten Quartal sei das BIP nicht gesunken, sondern habe gegenüber dem dritten Quartal (wo das BIP als leicht rückläufig berechnet wurde) stagniert. Man verbreitete den Eindruck, mit der Schätzung für das BIP im vierten Quartal sei die Gefahr einer Rezession zunächst gebannt. Wir haben schon unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ergebnisse Zweifel an der Einschätzung des Amtes geäußert, es handele sich bei der Abschwächung um eine Delle (hier).

Eine genauere Analyse zeigt, dass das STABU mit seiner Dellenthese falsch liegt. Es handelt sich eindeutig um eine Rezession mit zwei konsekutiven Quartalen einer deutlichen Abschwächung, und es wird ausweislich der Auftragseingänge und andere Frühindikatoren mindestens noch ein drittes Quartal mit rückläufiger Wirtschaftstätigkeit hinzukommen, in dem auch das BIP wieder rückläufig sein wird. Dass das Bundesamt Stagnation für das vierte Quartal errechnete, ist einer höchst fragwürdigen Interpretation der zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Daten zuzuschreiben.

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