Goggins World via flickr / CC BY-NC-ND 2.0
Kommentar | 06.02.2019

Die Diktatur des Volontariats

Die „Guten“ und „Anständigen“ in unserem Land brauchen dringen eine Image- und Marketingberatung. Ihr Auftritt im Kulturbetrieb schreckt viele Menschen ab – und treibt sie den schlechten Alternativen in die Arme.

Über Jahre hinweg habe ich mich immer als Linker, ja durchaus auch als liberaler Linker begriffen. Und daran hat sich auch relativ wenig geändert. Trotzdem. Es fällt mir zunehmend schwer, den linksliberalen Meinungskommentaren, die heute in die öffentlichen Auseinandersetzungen geworfen werden, mit Sympathie zu begegnen. Sie strotzen nur so vor Selbstgefälligkeit.

Selbstgefälligkeit ist eine Haltung, die man sich gerade im progressiven Milieu nicht leisten sollte. Denn sie ist eine narzisstische Blendgranate, tödlich für den klaren Blick und Erkenntnisgewinn.

Leider scheint sich diese Selbstgefälligkeit in den letzten Monaten zur Normalität entwickelt zu haben. Im Kampf gegen die AfD gehört sie zum Grundkanon der journalistischen Debattenkultur. Und das nicht nur in Nischenmedien wie der Jungen Welt oder Jungle World, sondern mittlerweile eben auch in den (gebührenfinanzierten) Leitmedien.

Mit allen Mitteln: Ein richtiger Kracher

Nehmen wir doch nur mal die Diskussion um die Journalistin Veronika Kracher (taz, Junge Welt, Jungle World und Neues Deutschland): Die Jungautorin hatte sich zum Fall Magnitz wie folgt bei Twitter geäußert:

»Dass #Magnitz zusammengelatzt wurde,

[...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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