istock.com/KatarzynaBialasiewicz
Soziales | 26.02.2019 (editiert am 27.02.2019)

Fallpauschalen für Krankenhäuser: Ursache allen Übels?

Ja, das Dilemma der Pflege in den Krankenhäusern wird in politischen Auseinandersetzung nur oberflächlich thematisiert. Doch eine Ablehung von Fallpauschalen macht es nicht besser. Statt sie abzuschaffen, müssen sie neu gestaltet werden.

Die kaum thematisierte „Ur-Crux“ der sinkenden Pflegequalität in den Krankenhäusern sei das Vergütungssystem der Fallpauschalen, kurz DRGs (Diagnosis Related Groups), meint Roberto De Lapuente. Das sind gleich zwei wenig fundierte Behauptungen, die er in seiner Kritik der Krankenhausfinanzierung da aufstellt. Zum einen gibt es sehr wohl eine kontroverse Diskussion über die DRGs, wenn auch sein mag, dass De Lapuente sie nicht kennt. Vor allem aber baut er einen Popanz auf, wenn er das DRG-System zum Grundübel der Probleme in den Krankenhäusern, dort insbesondere in der Pflege erhebt.

De Lapuente stellt zwar richtig fest: „So, wie sich stationäre Einrichtungen des medizinischen Sektors finanzieren müssen, kann der Qualitätsmangel gar nicht ausbleiben.“ Aber dafür sind nicht die DRGs verantwortlich, sondern die duale Finanzierung der Krankenhäuser und die getrennte Verantwortung für die Sicherstellung der ambulanten und der stationären Versorgung.

Diese zentralen Strukturprobleme sind De Lapuente offenbar nicht so wichtig. Sonst würde er nicht behaupten, neben der „Beitragsbemessungsgrenze und der Abwanderung Vermögender in die private Parallelversorgung“ sei die „Pauschalisierung der gewichtigste Grund für Personalmangel, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume. Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Anmelden