EU-Agrarpolitik | 14.02.2019 (editiert am 21.02.2019)

Öde Landstriche und sterbende Höfe

60 Milliarden Euro pumpt die EU jährlich in die Gemeinsame Agrarpolitik. Doch die richtet mehr Schaden an als sie Nutzen stiftet. Vor allem Kleinbetriebe geraten unter die Räder. Und die Politik ist fest im Griff der mächtigen Bauernverbände.

In Frankreich begeht alle zwei Tage ein Bauer Selbstmord, sagt eine Untersuchung der dortigen Gesundheitsbehörde. Damit liegt die Selbstmordrate der Landwirte um 20 Prozent über jener der Gesamtbevölkerung. Betroffen sind meist Kleinbauern. Das Höfesterben greift um sich.

Auch in Deutschland. Von den 1,6 Millionen bäuerlichen Betrieben, die das Statistische Bundesamt in den 1960er Jahren hierzulande zählte, sind nur noch 270.000 übrig. Vor allem in den 2000er Jahren ist die Zahl der Pleiten rasant gestiegen. EU-weit musste allein zwischen 2003 und 2013 jeder dritte Hof seine Tore für immer schließen.[1] Zurück bleiben rostiges Gerät und verfallene Ställe. Öde Landstriche ersetzen die hochgeschätzten Kulturlandschaften.

Weitere Probleme sind unmittelbar mit der Landwirtschaft verbunden. Etwa der dramatische Rückgang an Biodiversität und Artenvielfalt, der Verlust an Bodenqualität durch Übernutzung und Schadstoffe oder die einhellig abgelehnte und doch massenhaft betriebene Massentierhaltung mit all ihren Grausamkeiten. Mit 13 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen trägt die Landwirtschaft zudem wesentlich zur Erderwärmung bei. [...]

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