Steuersenkungsdebatte | 04.02.2019 (editiert am 11.02.2019)

Pippi Langstrumpf und die widerständige Realität

Ein Wirtschaftsabschwung steht ins Haus und beschert uns eine neue Steuerdiskussion. Der Spiegel fragt, ob die Gleichung „Steuern runter, Wachstum rauf“ aufgeht und sucht Antworten bei der „Wissenschaft“. Willkommen in der Villa Kunterbunt.

Meinem Sohn hat es immer ausnehmend gut gefallen, wenn Pippi Langstrumpf sich wieder einmal die Welt so gemacht hat, Widdewidde, wie sie ihr gefällt. Möglicherweise ist es so, dass das Bedürfnis, der Phantasie freien Lauf zu lassen, anthropologisch angelegt ist. Noch als Erwachsene wollen wir gerne glauben, dass zwei mal drei viere macht und – Widdewiddewitt – dann, wenn man noch mal drei dazu zählt, tatsächlich das richtige Ergebnis von neun herauskommt.

In der Welt von Pippi Langstrumpf funktioniert diese Logik ganz hervorragend. Aber in ihrer Welt kann sie auch ganz problemlos den „Kleinen Onkel“, ihren ziemlich großen Apfelschimmel, in die Luft stemmen. Möglicherweise glaubte sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier also in der Villa Kunterbunt, als er den Spiegel im März letzten Jahres wissen ließ, dass ihm ein Blick auf die zurückliegende deutsche Wirtschaftsentwicklung zuversichtlich stimme, “diesen Wachstumspfad noch mindestens 15 bis 20 Jahre fortsetzen“ zu können.

Wahrscheinlich aber ist das nicht. Viel wahrscheinlicher ist, dass er den Märchen vermeintlich streng wissenschaftlich arbeitender Ökonomen Glauben geschenkt hatte, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden