Houellebecqs »Serotonin« | 19.03.2019 (editiert am 20.03.2019)

Das Ende vom Ende der Geschichte

Michel Houellebecqs »Serotonin« gilt vielerorts als persönlichstes Werk des Autors. Selten zuvor habe er so ehrlich über die Liebe geschrieben. Stimmt zum Teil, zeigt aber auch: bei Houellebecq liest das liberale Feuilleton gerne am Wesenskern vorbei.

Nur selten flackert im Feuilleton eine Rezension zu Michel Houellebecqs aktuellen Buch hervor, die der Quintessenz des Autors auf den Zahn fühlt. Was man eher darüber liest: Es gehe um Liebe, natürlich auch um Sex, aber eben auch so viel stärker um das Gefühl unglücklicher, nicht befriedigter Liebe, als man das vom französischen Bestsellerautoren gewohnt ist. Das stimmt nur bedingt, sein Roman »Plattform« aus dem Jahr 2001 handelte mehr von der Liebe als es »Serotonin« tut.

Außerdem habe er die Depression thematisiert und mit ihr die Pillengläubigkeit – die beliebte Mär, wonach es sich beim menschlichen Organismus doch nur um eine organische Maschine handle, die richtig geschmiert gehöre. Dass es sich überdies streckenweise um ein frauenfeindliches Machwerk eines alten weißen Mannes handle, vernahm man in der Kakophonie der Kritiken natürlich auch.

Keine Frage, all das ist in »Serotonin« zu lesen. Houellebecqs Protagonist Florent-Claude Labrouste ist Mitte vierzig, zieht sich aus seiner Ehe und seinen Job beim Landwirtschaftsministerium zurück. [...]

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