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Konjunktur | 13.03.2019 (editiert am 15.03.2019)

Die deutsche und europäische Konjunktur im Winter 2018/2019 – 1

Die Rezession in Deutschland setzt sich auch im Januar fort. Die Auftragseingänge und die Produktion in Industrie und Bauwirtschaft zeigen, dass die Einschätzung, es habe im vierten Quartal 2018 schon das Ende einer konjunkturellen „Delle“ (Statistisches Bundesamt) gegeben, falsch ist.

„Der Abschwung ist da“ schreibt selbst die FAZ zu Beginn dieser Woche (hier), weil die jüngsten Indikatoren so schwach sind, dass auch die hartnäckigsten Optimisten sie nicht mehr leugnen können. Was Makroskop-Leser schon seit mindestens neun Monaten wissen, dürfen jetzt auch die FAZ-Leser erfahren.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind auch im Januar gesunken (Abbildung 1). Zwar wurden die Werte für Dezember nach oben korrigiert, so dass es damals ein leichtes Plus gegeben hat, das ändert aber nichts an der Richtung der Konjunktur, die eindeutig nach unten zeigt.

Abbildung 1

Noch deutlicher als bei den Auftragseingängen zeigt sich das derzeit am ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe, der ganz klar auf Rezessionskurs ist und sein Niveau von 2016 wieder erreicht hat (Abbildung 2). Ob die Auftragseingänge in den nächsten Monaten auch so weit sinken, bleibt noch abzuwarten, aber die Signale, die aus dem Ausland kommen, sind nicht ermutigend. So ist im Januar der amerikanische Arbeitsmarkt regelrecht eingebrochen, der immer als einer der zuverlässigsten Indikatoren für die amerikanische Konjunktur gilt.

Abbildung 2

Der Einbruch der deutschen Konjunktur ist eindeutig der Schwäche der Auslandsnachfrage zuzuschreiben (Abbildung 3). Die Inlandsnachfrage hält sich noch auf dem niedrigen Niveau, das sie seit Anfang 2017 eingenommen hat.

Abbildung 3

Bei der Auslandsnachfrage ist es sowohl die Nachfrage aus dem Euroraum wie die globale Nachfrage, die schwach sind (Abbildung 4).  Beide halten sich im Januar aber noch über dem Niveau, bei dem der Aufschwung 2017 eingesetzt hatte.

Abbildung 4

Bei den einzelnen Zweigen der Industrie zeigt sich, dass mittlerweile auch der Maschinenbau, der noch recht stabil war, mit sinkender Nachfrage zu kämpfen hat (Abbildung 5). Sehr schwach ist Chemie und Pharma, aber auch die Datenverarbeitung geht mittlerweile klar abwärts.

Abbildung 5

Auch die Produktion im Produzierenden Gewerbe (also einschließlich Bauwirtschaft) ist im Januar gesunken (Abbildung 6). Auch hier wurden die Werte vom Dezember nach oben korrigiert, aber auch hier ändert sich dadurch am konjunkturellen Bild nichts.

Abbildung 6

Besonders beeindruckend ist im Nachhinein die Behauptung des Statistischen Bundesamtes bei der Berechnung im vierten Quartal zu sehen, besondere Impulse seien damals von der Bauwirtschaft ausgegangen. Wie der unten stehende Screenshot aus der Berichterstattung der Deutschen Bundesbank zeigt, ist es nach den jetzigen Zahlen allerdings so, dass die gesamte Produktion in der Bauwirtschaft keinerlei konjunkturelle Bewegung zeigt, sondern seit der statistischen Korrektur des Niveaus nach oben zu Beginn des Jahres 2017 flach wie ein Brett ist und zuletzt eher nach unten zeigte. Wie man auf der Basis für die Produktion der Bauwirtschaft von Impulsen sprechen konnte, bleibt das Rätsel des Amtes.

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