istock.com/Tryaging
Ökologie | 13.03.2019 (editiert am 18.03.2019)

Die Ökonomie der weiten Wege

Sparen reicht nicht. Um uns und die Umwelt zu retten, müssen wir unsere Wertschöpfungsketten neu organisieren. Wir müssen mit modernen Technologien zurück in eine Ökonomie der kurzen Wege.

Hergestellt in China, patentiert in den USA, montiert von einem aus Stuttgart in die Schweiz entsandten Polen, entsorgt in Afrika. Willkommen in unserer Ökonomie der extrem langen Wege. Wir leben in einer Wirtschaftsordnung, die alle zwingt, dort zu produzieren, wo die Löhne und Steuern gerade am tiefsten sind und dort zu verkaufen, wo die Kaufkraft am höchsten ist. Das gilt als ökonomisch effizient, führt aber zu Klimakatastrophen, Massenmigration und stetig steigender Ungleichheit. So kann es nicht weiter gehen. Wir müssen da raus. Doch wie packen wir es an?

Indem wir zunächst einmal die Ausgangslage betrachten: Nach Berechnungen des Zürcher Ökobilanzierers Gabor Doka beanspruchte der durchschnittliche Schweizer 2005 mit seinem Konsum das globale Klima zehnmal so stark, wie erlaubt. (Wenn alle Menschen so viel konsumieren wollten). Davon entfallen 40 Prozent auf die individuelle Mobilität. In den restlichen 60 Prozent (für Wohnen, Heizen, Ernährung und übriger Konsum) ist ebenfalls noch viel Transport und Verpackungsmaterial enthalten. Weit mehr als die Hälfte unserer Umweltbelastung – und unserer Sparpotentials – entfällt somit auf Transportleistungen und den dafür nötigen Verpackungsmüll. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden