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Digitalisierung | 08.03.2019 (editiert am 15.03.2019)

Schwere Beute – Überlebensstrategien im Konsumismus

Bei uns überwachen kapitalistische Strukturen, von deren Ausmaßen wir uns so wenig Vorstellung machen wie die Menschen des 19. Jahrhunderts vom pferdelosen Wagen oder die Ureinwohner Amerikas von europäischen Kolonisten. Wie konnte es so weit kommen?

China überwacht schon. Vergehen werden in einem persönlichen Sozialkreditsystem abgespeichert. Mit guten Taten können Sie „Sozialpunkte“ erwerben, die Sie mit Vergehen wieder verlieren. Davon hängt Ihre Kreditwürdigkeit ebenso ab wie Ihr Recht, mit dem Zug zu fahren, einen Hund zu halten und – eigentlich alles. Tja, sagen wir vielleicht, so ist das eben in der kommunistischen Diktatur.

Stimmt: Bei uns überwachen kapitalistische Strukturen, von deren Ausmaßen wir uns so wenig Vorstellung machen wie die Menschen des 19. Jahrhunderts vom pferdelosen Wagen oder die Ureinwohner Amerikas von europäischen Kolonisten. Der „Verhaltensüberschuß“, so nennt Shoshana Zuboff das, was wir alle täglich milliardenfach bei Google & Co. mit jedem Click erzeugen, dient nur vordergründig unserer Überwachung, hauptsächlich aber unserer Ausbeutung.

Unsere digitale Identität hat drei Ebenen, und nur eine davon können wir schützen,[1] nämlich die erste. Sie besteht aus jenen Daten, die wir freiwillig in unser Mobiltelefon oder unseren PC eintippen, wie Profilinformationen, öffentliche Posts und privaten Nachrichten, [...]

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