Schulden | 10.03.2019 (editiert am 15.03.2019)

Über Schulden spricht man wieder

Wenn konservative amerikanische Ökonomen deutsche Glaubenssätze über Bord werfen, verlieren die deutschen Medien ihre Kontenance. Geht es gar um Schulden, brechen Welten zusammen.

Die deutschen Leitmedien sind tief verunsichert. Die Wirtschaftsredaktionen befinden sich in Aufruhr. Was über Jahrzehnte als gesicherte Wahrheit angesehen wurde und höchstens von ein „paar linken Spinnern“ bestritten wurde, gilt nicht mehr. Dass der Staat nur in Zeiten höchster Not Schulden machen darf, war das oberste Glaubensgebot der deutschen Wirtschaftspresse geworden, das sie mit Händen und Füßen verteidigt hat. Und jetzt das!

Konservative amerikanische Ökonomen aus Harvard, MIT und Yale haben das Unaussprechliche ausgesprochen. Larry Summers, Jason Furman, die beide konservativen amerikanischen Administrationen gedient haben (Obama und Clinton muss man leider auch so einordnen), haben es getan (in der März/April-Ausgabe 2019 von Foreign Affairs, Issue Economics). Auch Olivier Blanchard reiht sich ein, der zudem noch Chef-Volkswirt des IWF war, also der Institution, die für deutsche Ökonomen und ihre medialen Jünger der Inbegriff des Soliden ist. Diese Ökonomen sind doch eigentlich Kronzeugen aus den Hochburgen des „gesunden“ ökonomischen Denkens, denen wir bisher wirklich alles unbesehen  abgekauft haben, was sie in ihren Lehrbüchern ausspuckten.

Alle diese furchtbar ernst zu nehmenden Leute sagen jetzt auf einmal, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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