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Der Teufel liegt in den Strukturen

Forschungsinstitute, Thinktanks und journalistische Magazine, die ökonomische oder politische Verhältnisse kritisieren – auch sie benötigen finanzielle Mittel. Das Problem: Das Kapital hat daran keinerlei Interesse.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Vertreter der Geschäftsführung eines Großkonzerns. Sie dürfen darüber entscheiden, ob Sie finanzielle Mittel für ein wissenschaftliches Institut bereit stellen, dessen »Forschung« zu dem Ergebnis kommt, dass es der Gesellschaft am besten nutzt, wenn Unternehmen maximale Profite erzielen – oder für ein Institut, das höhere Löhne, eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte sowie höhere Steuern auf Unternehmensgewinne und Kapitalerträge fordert. Wie würden Sie sich entscheiden?

Stellen Sie sich weiter vor, dass sich auch die Lehrstühle für Wirtschaftswissenschaften an den deutschen Universitäten zunehmend über finanzielle Mittel aus der Industrie finanzieren – so genannte Drittmittel: Würden Sie sich als Vertreter des Fachbereichs für die Einstellung eines Professors einsetzen, der für eine »konzernfreundliche und marktgläubige Weltanschauung« bekannt ist (hier ein prominenter Fall) und Drittmittel in Millionenhöhe aus der Industrie verspricht? Oder – sagen wir – für einen konzernkritischen Globalisierungsgegner, der für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte eintritt?

Stellen Sie sich abschließend vor, Sie dürfen als Institutsvorstand oder Lehrstuhlinhaber über die Stellenbesetzung und Förderung von Nachwuchswissenschaftlern entscheiden: Würden Sie als Vertreter des ökonomischen Status Quo kritische Nachwuchswissenschaftler einstellen, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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