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Amerika | 02.04.2019 (editiert am 12.04.2019)

Jetzt verliert auch die Fed den Mut

Häufig kommen Dinge anders als vorhergesehen. So wurde auch die von der Fed geplante „Normalisierung der Geldpolitik“ vorerst auf Eis gelegt. Weder werden in naher Zukunft die Zinsen steigen, noch wird die Bilanz der Fed schrumpfen.

Am 19. und 20. März hielt das geldpolitische Entscheidungsorgan der Federal Reserve, das Federal Open Market Committee (FOMC), seine zweite Sitzung in diesem Jahr ab. Bei dieser Gelegenheit beschloss das FOMC, seinen geldpolitischen Zins – die Zielspanne für den Tagesgeldzins im Interbankenhandel (Fed Funds Rate) – auf dem seit Dezember letzten Jahres gültigen Niveau von 2,25-2,5 Prozent zu belassen.

Das war von den Finanzmärkten allgemein auch so erwartet gewesen. Überraschend waren dagegen die Erklärungen der Federal Reserve zu weiteren geplanten Zinserhöhungen in diesem und in den nächsten Jahren sowie zum Einstellen des Schrumpfungsprozesses ihrer Bilanz bereits im Oktober.

Damit zeichnet sich nunmehr auch in Amerika ein vorzeitiges Ende des angestrebten „Normalisierungsprozesses“ der Geldpolitik ab. Normalisierung betrifft dabei sowohl die Höhe des geldpolitischen Zinses als auch die Länge und Zusammensetzung der Zentralbankbilanz. Im Zuge der großen Finanzkrise hatten die wichtigsten Zentralbanken dieser Welt ihre geldpolitischen Zinsen auf null oder sogar darunter gesenkt. Ihre Bilanzen sind durch massenhaften Ankauf von Anleihen am Markt und/oder Sonderkreditprogrammen an Banken dabei sehr stark angeschwollen. [...]

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