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MMT: Nicht nur graue Theorie, sondern gelebte Praxis

Empirische Erfahrungen zeigen: bei staatlichen Budgetrestriktionen handelt es sich nicht um einen „notwendigen Mythos“, sondern um eine Abkehr ökonomischer Aufklärung hin zu einem vormodernen Aberglauben.

Martin Höpner, kritisiert in seiner Nachlese, dass die MMT zwar die Frage nach der Steuerungsfähigkeit der Politik stelle, nicht aber „die Frage nach der Steuerbarkeit der Zielpunkte der Interventionen“. Mit den „Zielpunkten“ sind die Bürger eines Staates gemeint. In einer zentralen Stelle seines Textes heißt es bei Höpner:

„Die Vorstellung, dass der Staat noch bei Trost ist, wenn er Geld drucken lässt und es ohne Gegenleistung an alle verteilt (das Helikoptergeld), ist mit den Alltagserfahrungen unvereinbar. Mit diesen müsste also mit großer Radikalität gebrochen werden. Und das Helikoptergeld ist hier nun ein besonders plastisches Beispiel, dasselbe gilt für die direkte Staatsfinanzierung über die Notenbank.“

Helikoptergeld

Sich für Helikoptergeld auszusprechen ist tatsächlich radikal. Definitiv wäre zu erwarten, dass so etwas „nicht-intendierte Wirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger hätte“.

In seiner modernen Fassung stammt das Konzept des Helikoptergelds von Milton Friedman, einem wichtigen neoliberalen Vordenker. Ben Bernanke, US-Zentralbankpräsident, empfahl eben dieses Helikoptergeld im Kontext der Deflationskrise in Japan in den 90er Jahren. [...]

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