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EU | 03.04.2019

Spaniens BIP – wächst und wächst und wächst?

Was groß aussieht, ist manchmal weniger groß als man denkt. Das spanische Bruttoinlandsprodukt könnte so ein Scheinriese sein. Wie es zum Wachsen gebracht wird, ist ein großes Rätsel, das in Spanien scheinbar niemanden interessiert.

Dieser Tage brachte die Financial Times eine große Geschichte über die erstaunlichen wirtschaftlichen Erfolge Spaniens. Spanien wird als die europäische Konjunkturlokomotive schlechthin angesehen, weil das Land auch den jüngsten Einbruch in Europa vollkommen locker wegsteckt hat und einfach weiter wächst. Alle Statistiken, die von der Zeitung vorgeführt wurden, bezogen sich allerdings auf das BIP.

In Sachen Arbeitslosigkeit ist Spanien weit weniger erfolgreich als beim Bruttoinlandsprodukt. Während letzteres nun laut den offiziellen Zahlen schon über einige Jahre von Quartal zu Quartal mit einer beeindruckenden Stetigkeit mit mindestens 0,6 Prozent (gegenüber den Vorquartal, was zu etwa 2,5 Prozent Wachstum Jahr für Jahr führt) zulegt, geht es beim Abbau der Arbeitslosigkeit doch eher langsam voran. Im Januar dieses Jahres lag die offiziell gemessene Arbeitslosenrate immer noch bei fast 15 Prozent.

Friederike Spiecker und ich hatten schon 2015 (hier dazu die Evidenz) darauf hingewiesen, dass das spanische BIP – anders als das griechische – bei dem markanten Anstieg der Arbeitslosigkeit und dem gewaltigen Einbruch der Industrieproduktion nach dem Beginn der Eurokrise erstaunlicherweise nur wenig gefallen war. [...]

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