Kühnerts falsche These | 08.05.2019 (editiert am 15.05.2019)

Es geht nicht ums Enteignen, sondern ums Enterben

Viele Beispiele zeigen, welche soziale Ungerechtigkeit heute beim Vererben großer Vermögen entstehen können. Nicht bei sozial vorbildlichen Firmen wie BMW, sondern genau hier sollte der Staat eingreifen.

Die Ablehnung der Vorschläge von Kevin Kühnert zur Enteignung von Großunternehmen war laut, aber keineswegs der einheitliche Tenor. Es gab auch viel Beifall. Es ist wohl die Gerechtigkeitslücke in der Vermögensverteilung, die vielen in den Sinn gekommen sein dürfte. Denn eine Lösung für die klaffende Arm-Reich-Schere, die den Ansprüchen sozialer Gerechtigkeit einigermaßen genügt, hat die soziale Marktwirtschaft bisher nicht gefunden.

Die Beispiele von Kevin Kühnert wie BMW scheinen mir die Falschen zu treffen. Es sind sozial gesehen, ziemlich vorbildliche Firmen. Aber das sind bei weitem nicht alle. Aldi beispielsweise mit ihrem Erbstreit und ihren brutalen Verletzungen sozialer Standards über viele Jahrzehnte. Wie also, wenn wir Kühnerts Gedanken auf andere Beispiele anwenden?

Vergleichend kann ich dabei auf meine Erfahrungen als Vorstand des Stiftungsunternehmens Carl Zeiss zurückgreifen. Ein Unternehmen, das von seinen Eigentümern in eine Stiftung eingebracht und so vergemeinschaftet wurde, vielleicht ein Beispiel für alle großen Unternehmer und deren Familiendynastien. Aber zunächst zu BMW.

BMW ist ein schlechtes Beispiel in einer überfälligen Debatte

Dieses Zeit-Interview von Kevin Kühnert dürfte Stefen Quandt und seiner Schwester Susanne Klatten sauer aufgestoßen sein. [...]

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