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Finanzsystem | 03.05.2019 (editiert am 08.05.2019)

Finanzmärkte als Triebfeder einer nachhaltigen Wirtschaft nutzen?

Die EU hat einen Aktionsplan vorgelegt, um mithilfe des Finanzmarkts eine nachhaltige Wirtschaft zu befördern. Eine Strategie, meint unser Autor, die die Lenkungsfähigkeit der Finanzmärkte maßlos überschätzt.

Aspekte wie Treibhausgasemissionen, Qualität der Arbeitsbedingungen oder Korruptionsfälle – das sind die Kriterien, die sogenannte nachhaltige Kapitalanlagen (ESG = Environment and Social, Governance) bei der Anlageentscheidung neben den klassischen finanziellen Kriterien berücksichtigen sollen. Große Hoffnungen schwingen mit dieser Anlageform mit: Wird der Finanzmarkt zur Triebfeder einer nachhaltigen Entwicklung, in dem er die Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten lenkt? Wird der Saulus so zum Paulus?

Nachhaltige Kapitalanlagen sind jedenfalls stark im Kommen, was für ihren zunehmenden Einfluss im Finanzmarkt spricht: Seit den Anfängen Mitte der 1990er Jahre ist ihr Volumen ständig gewachsen. Mittlerweile haben sie einen spürbaren Anteil am gesamten Finanzmarkt. Nach Angaben des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) sind die in nachhaltig verwalteten Investments angelegten Gelder in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen 2005 und 2017 von unter 14 Milliarden auf rund 200 Milliarden Euro angestiegen[i]. Weltweit waren nach Angaben des Branchenverbands Global Sustainable Investment Alliance (GSIA), der eine weitere Definition von Nachhaltigkeit verwendet, rund 31 Billionen US-Dollar angelegt, davon 46 Prozent in Europa und 39 Prozent in den USA. [...]

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