Bild: Bankenverband - Bundesverband deutscher Banken - flickr.com, CC BY-ND 2.0

Währungshüterin oder Hüterin von Währungsmythen? – 2

Die Haltung der deutschen Bundesbank besiegelte den deflationären Anpassungszwang für Deutschlands Europartner. Genau aus diesem Grund hat die EZB seit Jahren und bis heute ihr Inflationsziel weit nach unten verfehlt.

Der Übergang zum Euro begann für die Bundesbank mit einer ganz speziellen Herausforderung. Es heißt, Geld mache begehrlich. Das Gold der Bundesbank rief jedenfalls bei Finanzminister Theo Waigel eine besondere Begehrlichkeit hervor: er wollte sich davon gern ein nettes Goldstückchen abschneiden, um seinen dank Dauersparpolitik leeren Haushaltsmagen zu beruhigen. Man erinnert sich an den guten Theo Waigel sicher als nimmermüden Prediger der Heilsbotschaft „3 Prozent bedeuten 3,0 Prozent“. Den Finanzministerkollegen des bayrischen Obersparers wuchsen vermutlich schon Karotten in den Ohren.

Doch der große Stabilitätsprediger hatte daheim selbst Probleme damit, die heilige 3,0 Prozent Marke zu erreichen. Denn im Verbund mit der Bundesbank hatte die Fiskalpolitik Theo Waigels das neu vereinigte Deutschland schwer aus der Bahn geworfen.

Die Hochzinspolitik der Bundesbank im Verbund mit dem Kurswechsel der Finanzpolitik – hin zur Sparpolitik – hatten nach dem Absturz der ostdeutschen Wirtschaft völlig sinnlos auch die westdeutsche Wirtschaft 1992-1993 in eine tiefe Rezession gesteuert. Danach wurde bedingungslose Sparpolitik im neuen Deutschland zum Dauerbrenner. Und ab 1996 kam dann auch noch die nationale Strategie der strikten Lohnzurückhaltung zwecks „Wiederherstellung“ der Wettbewerbsfähigkeit hinzu. [...]

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