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Brasilien | 16.07.2019 (editiert am 18.07.2019)

40 Jahre Deindustrialisierung und Stagnation

Seit Anfang der 80er Jahre kam die einst erfolgreiche brasilianische Wirtschaft quasi zum Stillstand. Wie lässt sich erklären, dass die Reformen in den 90ern nicht wie erhofft, den Wachstumsmotor wieder anspringen ließ?

30 Jahre, von 1950 bis 1980 wuchs die brasilianische Wirtschaft in außergewöhnlichem Tempo. Doch seither herrscht Stillstand. Wuchs sie damals noch jährlich um ganze 4,5 Prozent, sind es heute nur noch ganze 0,9 Prozent. Es ist also eine Quasi-Stagnation zu beklagen, die sich auch in anderen Entwicklungs- und Schwellenländern zeigt. Doch Brasilien hat nicht nur aufgehört aufzuholen, sondern liegt bei der Wirtschaftsentwicklung seitdem auch hinter weniger entwickelten Ländern zurück.

1980, noch im Rahmen eines entwicklungspolitischen Regimes mit hohen Zöllen, hohen öffentlichen Investitionen, niedrigen Zinsen und Exportsubventionen, kam die brasilianische Wirtschaft zum Stillstand. Die fehlgeleitete Strategie der Militärjunta unter Ernesto Geisel, Wachstum mit ausländischen Ersparnissen, also mit Leistungsbilanzdefiziten zu generieren, führte zu einer Auslandsschuldenkrise. Da das Militärregime seit 1964 die brasilianische Wirtschaft indiziert hatte, führte die Finanzkrise zu einer hohen Inflation und die wirtschaftliche Entwicklung kam zum Stillstand.

Als 1990 im Rahmen des Washington Consensus eine Politik der Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierungen einsetzte, beugte sich auch das unter dem Entwicklungsregime noch so erfolgreiche Brasilien dem ausländischen Druck und ging zu einer liberalen Wirtschaftspolitik über. [...]

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