Bild: matthew_tsimitak - flickr.com, CC BY-SA 2.0
Genial daneben | 18.07.2019 (editiert am 25.07.2019)

Der Philosoph und der Kapitalismus

Wer wenig über wirtschaftliche Zusammenhänge weiß, neigt dazu, den Begriff des Kapitalismus pauschal zu verwenden. Man spielt dabei jedoch denen in die Hände, die neoliberalen Kapitalismus als alternativlos ansehen.

Slavoj Žižek, der bekannte slowenische Philosoph, beschreibt in einem Stück über Griechenland plastisch, wie paradox es ist, dass dort nun die Nea Demokratia wieder an der Macht ist, die dem Land die ganze Misere eingebrockt hat. Syriza mit Alexis Tsipras an der Spitze ist vor zwei Wochen von den Wählern gnadenlos zur Verantwortung gezogen worden für den Niedergang des Landes und die Verarmung großer Teile der Bevölkerung.

Das, könnte man sagen, ist Demokratie. Aber es ist eine seltsame Demokratie, in der eine Partei für Politik abgestraft wird, die sie gar nicht wollte und die sie selbst sowie die große Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum (dem berühmten vom 5. Juli 2015) strikt abgelehnt hat. Kein Zweifel, Tsipras und seine Partei haben schließlich die allseits verhasste und gescheiterte Politik unter dem Druck der Gläubiger exekutiert. Aber kann das ein Grund sein, diejenigen zu wählen, die diese Politik richtig finden und schon immer richtig fanden?

Žižek versucht, aus dem absurden griechischen Theater Lehren für die europäische Linke zu ziehen – und liegt grundlegend daneben. [...]

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