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Spieckers Corner | 02.07.2019

Die Schwarze Null – ein Dauerbrenner mit religiösen Zügen

Die deutsche Fiskalpolitik wird seit Jahren vom Ziel der Schwarzen Null dominiert. Diesem Dogma fehlt es an gesamtwirtschaftlicher Logik und es steht der Bewältigung drängender gesellschaftlicher Aufgaben im Weg.

Früh am Morgen gibt es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kurze Beiträge, die der Besinnung gewidmet sind, etwa „Morgenandacht“, „Das Wort zum Tag“ etc. Dort werden – meist von Kirchenvertretern – Glaubenssätze und -überzeugungen mit Beispielen aus dem Alltag veranschaulicht. Dann geht es weiter mit der Nachrichtensendung, der sachlichen Information.

Doch immer wieder beschleicht mich, während ich mir Kaffee einschenke, der Verdacht, dass ich doch weiter einer Glaubenssendung lausche. So verkündete der Deutschlandfunk (DLF) am vergangenen Mittwoch zur bevorstehenden Sitzung des Bundeskabinetts in seinen Nachrichten um sechs Uhr:

„Wegen der eingetrübten Konjunktur und geringerer Steuereinnahmen sollen die Ausgaben 359,9 Milliarden Euro betragen. Das sind 2,7 Milliarden Euro weniger als geplant. Deshalb müssen alle Ressorts zusätzlich sparen. Neue Schulden soll es in den nächsten Jahren nicht geben.“

„Deshalb“ und „müssen“? Wer weniger einnimmt, muss natürlich auch weniger ausgeben – da ist sich die Glaubensgemeinschaft der Anbeter-der-Schwarzen-Null, zu der offenbar auch die DLF-Nachrichtenredaktion gehört, so sicher, dass man auf den Konjunktiv der indirekten Rede, [...]

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