100 Jahre danach | 11.07.2019

Die verschollenen Lehren des Versailler Vertrages

1919 schreibt John Maynard Keynes ein Buch, in dem er den „Friedensvertrag“ und die dafür Verantwortlichen harsch kritisiert. Zu Recht, wie sich herausstellen sollte.

Ende letzten Monats, am 28. Juni, wurde das 100. Jubiläum des Versailler Vertrages verzeichnet. Anlass zum Jubeln war das natürlich nicht, bedenkt man die verheerenden Konsequenzen, die dieser verfehlte Vertrag zwischen den Siegermächten des 1. Weltkrieges und dem als Alleinschuldigem am Krieg erklärten Deutschen Reich für den weiteren weltgeschichtlichen Verlauf hatte. Es war eher ein Anlass zum Nachdenken darüber, warum man die Lehren aus diesem historischen politischen Versagen erster Ordnung in Deutschland und Europa von heute wieder vollkommen vergessen zu haben scheint.

Am 28. Juni 1919, im berühmten Spiegelsaal des Versailler Palastes, wurde der nunmehr einhundertjährige Versailler „Friedensvertrag“ mit Deutschland unterzeichnet. Als Funken, der das europäische Pulverfass entzündete, hatte genau fünf Jahre zuvor das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand, dem Thronfolger von Österreich-Ungarn, in Sarajevo den Ersten Weltkrieg ausgelöst. Viele Millionen Soldaten und Zivilisten waren dem kriegerischen Wahnsinn zum Opfer gefallen. Ab dem 11. November 1918 herrschte dann endlich an Deutschlands Westfront Waffenstillstand.

Sechs Monate lang wird dann in Paris verhandelt, wobei Frankreich, Großbritannien und die USA die entscheidenden Siegermächte sind. [...]

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