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Kommentar | 17.07.2019 (editiert am 18.07.2019)

Jobgarantie oder Vollbeschäftigung?

Vor zwanzig Jahren war man sich im Industriepolitischen Ausschuss des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes vollkommen einig. Es geht nicht um eine Jobgarantie, sondern um Vollbeschäftigung. Damit ist es vorbei.

Es war schon immer eine gute Strategie, gewerkschaftliche Experten aus den jeweiligen nationalen Wirtschafts- und Forschungsabteilungen im Dialog mit Betriebspraktikern einzubinden – und umgekehrt. Denn was man aus der betrieblichen Praxis lernen könnte, ist folgendes: Eine individuelle Jobgarantie kann womöglich jeder abgeben, aber einlösen kann diese Garantie am Ende niemand. Die Ökonomie ist kein statisches Gebilde, sondern ein dynamischer Prozess.

Betriebs- und Personalräte können ein Lied davon singen. Niemand im Arbeitsbereich der Gewerkschaften wird so hautnah und konsequent mit unternehmerischen Entscheidungen konfrontiert wie sie. Und personalrelevante Entscheidungen werden in der Realwirtschaft täglich tausendfach getroffen. Leider zu oft ohne deren Beteiligung, soweit es Betriebs- und Personalräte im jeweiligen Unternehmen überhaupt noch gibt.

In der Realität sieht es nämlich so aus, dass täglich neue Unternehmen gegründet werden (wer hätte das vorher wissen können). Unternehmen wachsen, Unternehmen spalten sich auf, Unternehmen fusionieren, Unternehmen verlagern Teile oder vollständige Produktionsanlagen in andere Regionen und – Unternehmen gehen in Konkurs. In diesem dynamischen Prozess eine individuelle Jobgarantie abzugeben, ist Augenwischerei und unredlich.

Es sei denn, [...]

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