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Soziales | 19.07.2019 (editiert am 05.08.2019)

„Kahlschlag“ bei Krankenhäusern?

Eine Bertelsmann-Studie zum Krankenhauswesen wird als eine Anleitung zum Kahlschlag kritisiert. In Wahrheit aber ist sie ein wichtiger Anstoß zu einer dringend notwendigen Reform der medizinischen Versorgung.

Am 15. Juli berichtete die ARD über Mängel in der stationären medizinischen Versorgung mit einer scheinbar paradoxen Botschaft: Die Schließung von Krankenhäusern könnte die Versorgungsqualität verbessern. Es gäbe zu viele kleine Kliniken mit einer unzureichenden personellen und apparativen Ausstattung.

Nebeneinander von Mangel und Überfluss

Der ARD-Report basiert auf den Arbeitsergebnissen einer von der Bertelsmann-Stiftung organisierten Expertengruppe, deren Bericht – natürlich nicht zufällig – am selben Tag veröffentlicht wurde.

Diese Analyse von ausgewiesenen Gesundheitswissenschaftlern legt folgende Mängel in der stationären medizinischen Versorgung des deutschen Gesundheitswesens offen:

  • Es gibt eine deutliche Überversorgung mit Krankenhäusern. Ihre Zahl liegt um 65 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer EU-Länder, die der Krankenhausbetten um 70 Prozent.
  • Das vorhandene ärztliche und pflegerische Personal reicht nicht aus, um die medizinisch nicht erforderlichen Kapazitäten angemessen auszustatten. Deshalb müssen die Patientinnen und Patienten in vielen Kliniken zu lange auf eine Behandlung warten. In Deutschland gibt es zwar mehr Klinikpersonal pro Einwohner als in der EU, aber weniger pro Patient.
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