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Wissenschaft | 02.08.2019 (editiert am 06.08.2019)

Dauerbrenner Leistungsbilanzüberschuss

Den Makroökonomen wird oft eine mangelnde mikroökonomische Fundierung vorgeworfen. Bei der Erklärung der Salden in der Zahlungsbilanz muss man genau diesen Vorwurf der herrschenden Lehre machen.

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist ein Dauerbrenner in den Medien wie in der Wissenschaft. Zu Recht muss man sagen, denn es schält sich immer klarer heraus, dass er vielen Menschen im In- wie im Ausland schadet. Zwar wird der Überschuss von Ökonomen inzwischen nicht mehr so vehement verteidigt wie noch vor Jahren. Aber die Ansichten, ob und wie ihm entgegengewirkt werden könnte und sollte, gehen nach wie vor weit auseinander. Das liegt daran, dass darauf verzichtet wird, seine Entstehung mit mikroökonomischen Erklärungen zu untermauern.

In einem aktuellen Beitrag für den Tagesspiegel schreibt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher:

„Deutschland hatte im Jahr 2018 einen Leistungsbilanzüberschuss von 7,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung, oder mehr als 250 Milliarden Euro – den höchsten weltweit. Dieses Geld wurde von deutschen Unternehmen, Investoren und Banken nicht in Deutschland ausgegeben, sondern ist ins Ausland geflossen. … Deutschlands riesige Leistungsbilanzüberschüsse sind eine Form des Protektionismus. Sie reflektieren eine riesige öffentliche und private Investitionslücke, die durch eine verfehlte Finanz- und Strukturpolitik mit verursacht wurde.“

Entsprechend fordert Fratzscher „Strukturreformen“ in Deutschland und bestimmte Sektoren nicht mehr vor Wettbewerb zu schützen (dies sei „eine ähnliche Art des Protektionismus wie Donald Trumps Strafzölle auf Importe“). [...]

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