www.istock.comAndreyPopov
Theorie | 12.08.2019 (editiert am 13.08.2019)

Die Buchhaltung und der Leistungsbilanzüberschuss

Auch bei einer jederzeit ausgeglichenen Kapitalbilanz können sich Preise ändern. Das muss man berücksichtigen, wenn man die These von der Dominanz der Kapitalbilanz kritisch unter die Lupe nimmt.

Auf unseren Beitrag Dauerbrenner Leistungsbilanzüberschuss vom 2.8.2019 erreichten uns einige Leserzuschriften, die eine stärkere Berücksichtigung buchhalterischer Zusammenhänge anmahnten. Insbesondere wurde angemerkt, es gebe keinen echten Kapitalexport, der nur auf der Kapitalseite stattfinde, wenn dort ordnungsgemäß verbucht werde.

So wichtig buchhalterische Zusammenhänge auch sind, darf man ihre Bedeutung nicht überschätzen. Es gibt bei der Betrachtung der Zahlungsbilanz selbstverständlich die rein buchhalterische Ebene, gemäß der jeder Buchung eine Gegenbuchung nach dem Prinzip der doppelten Buchführung gegenübersteht. Insofern liegt jederzeit ein sozusagen technischer Ausgleich aller Bilanzen vor. Dieser formale Teil des Themas „Leistungsbilanzungleichgewicht“ ist unstrittig. Aber er hilft nicht weiter, weil es um die Preise geht, die zu dem Ausgleich führen, der hier interessiert: den Ausgleich der Leistungsbilanz.

Kein Kapitalexport auf der Kapitalseite?

In der Kapitalbilanz bedeutet das buchhalterische Prinzip: Jeder Geldanlage eines Inländers im Ausland steht der Erwerb eines Vermögenstitels des Auslands durch den Inländer und damit ein gleich großer Kapitalimport (eben nur in anderer Liquiditätsform) gegenüber. Und umgekehrt. Die Kapitalbilanz ist bei dieser Art von Transaktion also formal immer ausgeglichen. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden