istock.com/gianliguori
Soziales | 20.08.2019 (editiert am 23.08.2019)

Die Postmoderne braucht eine neue Ökonomie

Heute ist nicht mehr wichtig, wie viel produziert wird. Viel entscheidender ist, wie das Produkt verteilt wird, und wie die Produktion unsere Gesellschaft organisiert oder desorganisiert.

Wenn die Wirtschaft eine Veranstaltung zum Zwecke der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse ist, müsste Ökonomie mit der Analyse dieser Bedürfnisse beginnen. Dass sie diesem Anspruch nicht genügt, ist so lange kein gröberes Problem, als erstens das Objekt der Ökonomie – die handelbaren Güter und Dienstleistungen – weit oben auf der Hitparade der Bedürfnisse stehen. Zweitens darf der marktwirtschaftliche Produktionsprozess die menschlichen Bedürfnisse nicht frustrieren.

Beide Voraussetzungen sind seit einigen Jahrzehnten nicht mehr erfüllt. Und daran wiederum sind vor allem zwei eng miteinander verbundene Entwicklungen schuld: Die Annäherung oder gar Überschreitung der Sättigungsgrenze und die starke Zunahme der Ungleichheit.

Beide Entwicklungen sind von Soziologen und von sozialwissenschaftlich denkenden Ökonomen beschrieben und analysiert worden. In seinem Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“, vertritt und belegt der deutsche Soziologe  Andreas Reckwitz die – hier stark vereinfacht formulierte – These, dass die Menschen der „Spätmoderne“, also seit den 1970er und 80er Jahren, vermehrt dem sozialen Zwang unterliegen, etwas Besonderes zu sein. Nachdem ihre materiellen Ansprüche auf Nahrung, Unterkunft, Mobilität etc. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden