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Kommentar | 07.08.2019 (editiert am 09.08.2019)

Ein Amt zur Selbstverwirklichung

Die große politische Postenrochade der letzten Wochen macht stutzig. Egal ob von der Leyen, Lagarde, Dijsselbloem oder Georgieva – offenbar sollen die Bewerber den Herausforderungen möglichst wenig gewachsen sein.

Wenn Profifußballer für Millionensummen den Verein wechseln, folgen meist altbekannte Phrasen der sich als Marke begreifenden Ich-AGs: Man wolle den nächsten Schritt in der Karriere gehen, sich persönlich weiterentwickeln oder eine neue Herausforderung suchen. Mit einer winkenden saftigen Gehaltsaufstockung, dem lukrativen Millionenvertrag habe das alles natürlich nichts zu tun.

Immerhin: Der Spieler hat sich meist für den neuen Vertrag durch Leistung empfohlen und der verpflichtende Club rechnet mit einer sportlichen Verstärkung.

Von einer Empfehlung durch besondere Leistungen oder einer profunden Verstärkung via Qualifikation kann bei den letzten prominenten Personalentscheidungen der großen Politik hingegen keine Rede sein. Auch wenn hier mittlerweile der gleiche und daher vielsagende Duktus herrscht. Nachdem sich die dafür völlig unqualifizierte und im Bundesverteidigungsministerium bereits ihre Inkompetenz unter Beweis stellende Ursula von der Leyen anschickte, EU-Kommissionschefin zu werden, kommentierte die Bundeskanzlerin lapidar, dass sich die Kandidatin „für eine neue Etappe ihres Lebens entschieden“ habe.

Das klingt, als sei die Politik eine Bühne der Selbstverwirklichung. Es folgte von der Leyens erste angekündigte Amtshandlung: die Erhöhung der Frauenquote in der Kommission. [...]

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