istock.com/wrangel
Theorie | 20.09.2019 (editiert am 29.09.2019)

Mythen über Budgetdefizite und Staatsverschuldung – 2

Die negative Bewertung von Budgetdefiziten geht nicht selten mit eine Ablehnung antizyklischer Fiskalpolitik einher. Tatsächlich aber ist die Fiskalpolitik das effektivste gesamtwirtschaftliche Instrument, das dem Staat zur Verfügung steht.

Die Mythen, die sich um staatliche Budgetdefizite und Staatsverschuldung ranken, sind zahlreich. Sie lassen sich zumeist auch durch die Ausführungen in Teil 1 dieses Artikels und/oder bereits durch einen kurzen Blick in die offiziellen Statistiken widerlegen.

So ist beispielsweise die Behauptung, dass einem Staat mit einer souveränen Währung (also etwa dem der USA) irgendwann das Geld ausgeht, wenn er zu hohe Ausgaben tätigt, offenkundig unsinnig – wenn man weiß, dass ein Staat, der seine eigene, souveräne Währung emittiert, keinen intrinsischen finanziellen Einschränkungen unterliegt und ihm folglich nie das Geld knapp werden kann.

Ebenso wenig Sinn ergibt die Aussage, dass „(d)er Budgetüberschuss […] als öffentliche Ersparnis zur Ersparnis bei[trägt]“ (Mankiw/Taylor 2018, S. 759). Ein souveräner Staat braucht nicht netto in seiner eigenen Währung zu sparen. Das bedeutet, dass Budgetüberschüsse kein staatliches Netto-Sparen darstellen, das für die Finanzierung zukünftiger Staatsausgaben zur Verfügung steht.

Netto-Sparen bedeutet einen Verzicht auf gegenwärtige Ausgaben zugunsten vergrößerter Ausgabemöglichkeiten in der Zukunft und ist damit typisch für finanziell eingeschränkte, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden