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Kultur | 06.09.2019 (editiert am 13.09.2019)

Von Bobos, Hipstern und Kosmopoliten

Achtung, es geht um eine Minderheit! Sie ist kulturhegemonial wirkmächtig und stellt sich selbst unter besonderen Artenschutz. Eine polemische Einordnung postmoderner Bürgerlichkeit in Zeiten des Strukturwandels von Ökonomie und Staat.

Sein oder Nichtsein? Diese Frage beantworten heute die sozialen Netzwerke, die Werbeindustrie und Feuilletons der linksliberalen Intellektüllen. Dort erfahren die bedarften und unbedarften Zeitgenossen, was die richtige und erstrebenswerte Lebensform ist. Mehr oder weniger subtil wird definiert, was hipp, modern, nachhaltig, korrekt und moralisch zu sein hat.

Oder anders gesagt, das Sein einer Minderheit bestimmt das Nichtsein der Übrigen. Sie bestimmt, wer dazugehört und wer nicht. Gleichzeitig will sie keine Diskriminierungen. Also schreibt sie sich ihrerseits wiederum den Kampf für die Rechte von allen möglichen Subminderheiten auf die Fahnen – seien sie noch so klein und alle Benachteiligungen, die heute ihren Weg in die Headlines der Massenmedien finden, vielleicht nur gefühlt. Diese Minderheit, ausgestattet mit der Deutungshoheit, ist die Fahnenträgerin der Identitätspolitik.

Gemeint sind der Bobo, Hipster und Kosmopolit – ein relativ neues Phänomen des noch jungen 21. Jahrhunderts, um das sich zahllose politische Kontroversen ranken. Kulturfremde (damit sind keine „Neubürger“ gemeint, sondern alle Alteingessenen mit altindustriellen Habitus – dazu später mehr) oder auch solche, [...]

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