istock.com/Andreas Steidlinger
Spieckers Corner | 01.10.2019 (editiert am 07.10.2019)

An die deutschen (Klein)Sparer – 2

Die Behauptung, negative Zinsen zerstörten die Marktwirtschaft, stellt die Zusammenhänge auf den Kopf. Negative Zinsen sind die Folge und nicht die Ursache einer gestörten Marktwirtschaft.

In einer monetären, arbeitsteiligen Marktwirtschaft dient Sparen nicht der Finanzierung von Sachinvestitionen, sondern es behindert sie – weil es einen Nachfrageausfall darstellt (vgl. Teil 1 dieses Beitrags). Wozu aber dient das Sparen dann?

Das einzelwirtschaftliche Vorsorgemotiv des Sparens …

Bei der angeblichen Tugend des Verzichts handelt es sich um den – durchaus verständlichen und rationalen – Wunsch eines Wirtschaftssubjekts, für die eigene Zukunft vorzusorgen. Man will aus heute geleisteter Arbeit und dafür bezogenem Einkommen einen Teil für morgen und übermorgen reservieren. Für den Fall, dass man morgen oder übermorgen nicht mehr so viel oder überhaupt nicht mehr arbeiten und Einkommen erzielen kann – zum Beispiel wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Alter –, scheint es sinnvoll zu sein, „Reserven“ in Form von Ersparnissen zu bilden.[1]

Dieses Sicherheitsbedürfnis des einzelnen ist durchaus ehrenwert, zeigt es doch, dass derjenige sich in der Zukunft nicht einfach auf die Solidarität anderer Menschen verlassen möchte, die schon für ihn sorgen werden, wenn es ihm einmal schlecht ergehen sollte. [...]

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