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Spieckers Corner | 08.10.2019 (editiert am 09.10.2019)

An die deutschen (Klein)Sparer – 3

Es ist verständlich, dass Sie verärgert sind. Ausweitung des Niedriglohnsektors, Beschneidung der Arbeitslosenversicherung und Absenkung des Rentenniveaus: Ihre Arbeitseinkommen oder Rentenansprüche stellen keine auskömmliche und faire Basis für ihren Lebensunterhalt mehr dar.

In Teil 1 dieses Beitrags wird erklärt, dass Sparen keine Voraussetzung für die Finanzierung von Investitionen ist, sondern in einer monetären Marktwirtschaft eine positive Sachinvestitionsdynamik geradezu behindert. In Teil 2 geht es um die Erklärung, warum der Sparwunsch aus einzelwirtschaftlicher Sicht durchaus verständlich ist. Der Widerspruch zum gesamtwirtschaftlichen Ergebnis dieses Verhaltens führt zu der Erkenntnis, dass Ersparnisse Verschuldung in gleicher Höhe voraussetzen, wenn das Gesamteinkommen nicht sinken soll – und, dass eine positive Verzinsung von Ersparnissen erfolgreiche, kreditfinanzierte Sachinvestitionen benötigt.

In Deutschland war das Sparen doch erfolgreich?!

Nun ist aber die deutsche Wirtschaft trotz starker Sparanstrengungen der privaten Haushalte, der Unternehmen und des Staates in den vergangenen 20 Jahren im langfristigen Durchschnitt nicht geschrumpft, sondern leicht gewachsen. Zudem sind bis vor circa 8 Jahren positive Realzinsen gezahlt worden. Die Investitionsentwicklung war zugleich schwach. Wie passt das zu dem bisher Gesagten?

Das leichte Wachstum verdankt die deutsche Wirtschaft der jahrelangen Überschussnachfrage aus dem Ausland. Diese hat es ermöglicht, [...]

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