Geldpolitik | 08.10.2019 (editiert am 15.10.2019)

Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder

Die neoliberale Revolution frisst ihre eigenen Kinder – unabhängige Zentralbanker. Ausgerechnet in Deutschland machen sich Politik, Medien und Öffentlichkeit immer stärker daran, der unabhängigen EZB ans Leder zu gehen.

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, als Zentralbanker noch wie Könige walteten und schalteten. Scheinbar allmächtig und unantastbar unabhängig allemal, frönten sie an der Spitze der Geldtempel dieser Welt. Einer Welt, die ihre Zinsurteile und als letzte Weisheiten verkündete Verlautbarungen als den größten Segen und Garanten preisstabiler Prosperität zum empfangen gewillt war.

Vorbei sind diese fürstlichen Zeiten. Heute stehen unabhängige Zentralbanker vehement in der Kritik, nirgendwo mehr als in Amerika und Deutschland – den weltlichen Hochburgen moderner Religiosität im Zeichen des Neo- beziehungsweise Ordoliberalismus.

Was haben sie nur verbrochen, die Könige von Gestern? Wie konnten unabhängige Zentralbanker nur derart steil in der öffentlichen Gunst abstürzen, selbst einstige Prediger in scharfe Kritiker verwandeln?

Ernüchterung über die Realitäten des realexistierenden Neo-/Ordoliberalismus, lautet die knappe Antwort. Eine etwas längere Antwort wird sogleich versucht werden. Doch das wirklich Traurige an der ganzen Angelegenheit, um dies hier gleich vorwegzunehmen, ist die Tatsache, dass dem Erwachen in die neoliberalen Realitäten dieser Welt noch immer keine entsprechende makroökonomische Erleuchtung –oder Rückbesinnung auf vormals bekanntes Wissen – folgte. [...]

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