Golden Age | 07.10.2019

Die Ungleichheit zwischen Jung und Alt

Der globalisierte Kapitalismus treibt seltsame Blüten – die jedoch bloß noch als neue Normalität wahrgenommen werden. Ein Beispiel unter vielen.

Meret Gaugler, so erfährt die Leserin der Schweizer Internet-Zeitung Watson in der Legende, „schloss 2004 ihr naturwissenschaftliches Studium an der ETH Zürich ab und doktorierte 2010 an der ETH Lausanne in Neurowissenschaften.“ Beim Interview geht es aber nicht um Gehirnforschung, sondern um den „Golden Age Strategie“-Fonds von Lombard Odier, den Meret Gaugler zusammen mit einem gelernten Bänker und Ökonomen leitet.

Vor wenigen Jahrzehnten hätte ein solcher Frontwechsel noch die Frage ausgelöst: „Hatte Sie nie wissenschaftliche Ambitionen?“ Heute weiß jeder, dass man in der Finanzindustrie viel mehr Geld verdienen kann als in der Wissenschaft. Gauglers Fonds verwaltet 786 Millionen Euro und kassiert dafür 1,85 Prozent TER-Gebühren. Macht brutto 14,5 Millionen Dollar. Da darf man als Fondsmanager bei den Lohnverhandlungen nicht bescheiden sein. Selbst als Professorin an der ETH würde Gaugler nicht annähernd so viel verdienen. Sie hat zwar ihr Studium in den Sand gesetzt, nicht aber ihre Karriere.

Umgekehrt wählen die Firmen, die solche Jobs vergeben, natürlich nur die allerbesten Kandidaten aus. Eine doktorierte Neurowissenschafterin von der ETH macht sich gut an der Spitze eines Fonds. [...]

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