Europa | 18.10.2019

Genial richtig, aber zu spät

Manch einem gibt der Herr den Verstand – aber zum falschen Zeitpunkt. Jean Claude Trichet hätte das, was er heute weiß, zu seiner Zeit als Präsident der EZB wissen und laut und deutlich sagen müssen.

Vergangene Woche hatte ich Stellung genommen zu der Kritik, die einige ehemalige Zentralbanker an der heutigen EZB-Politik üben. Nun hat sich auch der ehemalige Präsident der EZB, Jean Claude Trichet, dazu geäußert. Ich will seine klare Kritik, die er in der Financial Times veröffentlich hat, die es aber auch in einer längeren Version gibt, nicht im Detail wiederholen. Interessant ist aber, dass der Mann, der von 2003 bis 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank war, heute Dinge weiß, die er damals offensichtlich nicht wusste, obwohl er sie hätte wissen müssen. Vielleicht ist es auch so, dass er sich heute zu sagen traut, was damals politisch tabu war.

Trichet schreibt (in der längeren Version) am Ende seines Textes:

„Even in economies that are enjoying full employment and post large current account surpluses, inflation is very low – much lower than in the years before the euro.

This last observation is particularly important for the cohesion of the euro area and for the ECB: the economies that are lacking cost competitiveness and still have mass unemployment cannot afford to let their unit labor cost and inflation exceed those of the highly competitive countries,

[...]

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