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Moderne Wirtschaftssysteme | 23.10.2019 (editiert am 06.11.2019)

Kevin, lass uns über Sozialismus reden! – 2

Selektieren Märkte Entwicklungsrichtungen? Ein Irrtum. Die gesellschaftliche Einbettung der Märkte entscheidet, welche Innovationen und Investitionen rentabel erscheinen – und welche Richtungen ein Kapitalverwertungssystem ansteuert.

Kapitalismus wird gerne mit Kapitalverwertung gleichgesetzt. Doch diese Gleichsetzung ist irreführend. Kapitalverwertung ist ein Selektionsverfahren, das laufend den Wert des produzierten Produkts mit dem Wert der verbrauchten Produktionsbedingungen vergleicht. Wirtschaft erscheint dadurch als Verwertung von Wert.

Kapitalismus ist dagegen eine Sozialstruktur, eine Klassengesellschaft, deren Kern das Produktionsverhältnis der doppelt freien Lohnarbeiter – die vom Eigentum an den Produktionsbedingungen ausgeschlossen sind – zu den privaten Kapitaleignern darstellt. Dabei meint Kapitaleigentum immer Eigentum an Kapital als prozessierendem Wert.

Eigentum an prozessierendem Wert setzt das Kapitalverwertungsverfahren voraus. Kapitalismus und Kapitalverwertung haben sich in der industriellen Revolution historisch verbunden und durchgesetzt.

Allerdings ging das Verfahren der Kapitalverwertung dem Kapitalismus historisch voraus. Kapitalverwertung war das Verfahren, mit dem das Geldkapital die Realwirtschaft – damals das Handwerk – eroberte, sich untergeordnet und diese revolutioniert hatte. Aus dem Handwerksbetrieb wurde das Verlagssystem, dann die Manufaktur und schließlich die Fabrik. So wurde die erste moderne Produktionsweise geschaffen – verbunden mit der Entstehung der Lohnarbeiterklasse. Aber diese historische Verbindung begründet keine logische Identität.

Oft kursiert die Vorstellung, [...]

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